Synthetisches Knochenersatzmaterial

Synthetisches Knochenersatzmaterial ist vollständig künstlicher Herkunft und als Granulat oder Paste erhältlich. Es enthält keine tierischen oder menschlichen Bestandteile und eignet sich daher auch für Patienten, die tierisches Material ablehnen. Unsere synthetischen Materialien bestehen aus phasenreinem β-Tricalciumphosphat (β-TCP) oder aus biphasischem Calciumphosphat (Hydroxylapatit/β-TCP). Ihre hohe, vernetzte Porosität bietet einwachsendem Knochen eine stabile Leitstruktur. Die Resorptionszeit hängt von der Zusammensetzung ab: Reines β-TCP wird schneller abgebaut, Materialien mit hohem Hydroxylapatit-Anteil langsamer und volumenstabiler. Die genauen Werte finden Sie bei den einzelnen Produkten.
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Was ist alloplastisches Knochenersatzmaterial?

Synthetische Knochenersatzmaterialien werden auch als alloplastisch bezeichnet: Sie werden vollständig künstlich hergestellt und enthalten keine tierischen oder menschlichen Bestandteile. Das Risiko einer Krankheitsübertragung, wie es bei biologischen Materialien grundsätzlich besteht, entfällt damit weitgehend. Synthetisches Material eignet sich außerdem für Patienten, die tierisches Gewebe ablehnen – etwa aus ethischen, religiösen oder persönlichen Gründen.

Vorteile von synthetischem Knochenersatzmaterial

  • Ohne tierische oder menschliche Bestandteile: geeignet auch für vegan lebende Patienten oder bei Vorbehalten gegenüber tierischem Material.
  • Osteokonduktiv und resorbierbar: Die poröse Struktur dient einwachsendem Knochen als Leitschiene und wird schrittweise durch körpereigenen Knochen ersetzt.
  • Steril verpackt und unkompliziert zu lagern: Die Materialien werden steril hergestellt und verpackt und sind bei Raumtemperatur lagerbar. Die genaue Haltbarkeit finden Sie auf dem jeweiligen Produkt.
  • Einfache Handhabung: Granulate lassen sich mit Patientenblut oder Kochsalzlösung anmischen; In'Oss Putty kann ohne Anmischen direkt aus der Spritze appliziert werden.

β-TCP oder biphasisches Calciumphosphat (BCP)?

Unsere synthetischen Knochenersatzmaterialien unterscheiden sich vor allem in ihrer Zusammensetzung – und damit in ihrem Resorptionsverhalten:

Material Zusammensetzung Eigenschaft Produkte
Phasenreines β-TCP 100 % β-Tricalciumphosphat wird vergleichsweise schnell resorbiert und durch neuen Knochen ersetzt adbone TCP
BCP mit hohem β-TCP-Anteil 80 % β-TCP / 20 % Hydroxylapatit ausgewogene Resorption, interkonnektierende Porosität von ca. 70 % MBCP+
BCP mit hohem HA-Anteil 75 % Hydroxylapatit / 25 % β-TCP langsamere Resorption, höhere Volumenstabilität, Porosität ca. 80 % adbone BCP
Paste synthetisches Knochenersatzmaterial in Pastenform direkt aus der Spritze, ohne Anmischen, modellierbar In'Oss Putty

Einsatzbereiche und Korngrößen

  • Parodontale Defekte und kleine Knochendefekte: feine Körnung, z. B. 0,1–0,5 mm („Paro“)
  • Alveolenerhalt und periimplantäre Defekte: mittlere Körnung, z. B. 0,5–1,0 mm („Basic“)
  • Sinusbodenelevation und größere Augmentationen: grobe Körnung, z. B. 1,0–2,0 mm („Sinus“)

Synthetisch oder xenogen?

Synthetisches Material wird in der Regel schneller abgebaut und vollständig durch körpereigenen Knochen ersetzt. Steht dagegen eine langfristige Volumenstabilität im Vordergrund, etwa bei größeren Augmentationen, wird häufig auch xenogenes Knochenersatzmaterial eingesetzt. Einen Überblick über alle Materialgruppen finden Sie in unserer Kategorie Knochenersatzmaterial.

Beratung zur Materialwahl

Sie sind unsicher, welches Material oder welche Korngröße für Ihre Indikation am besten passt? Unser Serviceteam berät Sie gerne – über unseren Callback-Service, per E-Mail oder über die kostenlose Service-Hotline 0800 664 69 36.